Yvette GELLIS

 

Ausstellungsansicht:  Yvette Gellis, "Beyond all Scope of Sense", 2016

Yvette Gellis' Gemälde und Installationen der vergangenen Jahre spiegeln in besonderer Weise ihren analytischen Zugang zu Malerei und Raum sowie die sie stets begleitenden philosophischen Gedanken zur Veränderung wider. Jene visuell zu erkennenden ästhetischen Merkmale bieten Rezipient_innen zwei inhaltliche Fäden, die Gemälde und raumübergreifende Installationen verbinden. Stets bildet das Gemälde als Medium den Kern des Schaffens und steht in steter enger Relation zu der Analyse der Künstlerin von Raum als ästhetische Qualität und kontemplativem Erfassen. Zusätzlich dazu umgreift ihr gesamtes Œuvre als dritten inhaltlichen Strang die philosophische Befragung der kollektiven Weltseele und des sich verändernden Individuellen. Die einzelnen Werke sind dabei jedoch frei von einer didaktischen Vermittlung eben jener drei Thematiken. Dadurch entfalten sie sich erst bei einem gesammelten Blick auf das gesamte Schaffen sowie im Gespräch mit der Künstlerin selbst. Das vorliegende Buch vereint stringent verschiedenste Ausstellungen in Amerika, Asien und Europa der letzten Jahre mit einigen dazu veröffentlichten Kritiken. Dieser Essay dient dabei dem Inhalt als Klammer und behandelt darüber hinaus vertiefend jene Thematiken, die sich hinter der visuell zugänglichen Oberfläche verbergen. Denn während verschiedenen Aspekte der Malerei und des Raums zum Teil visuell erfassbar, oder sogar tangibel sind, ist die Auseinandersetzung mit der kollektiven Weltseele und dem sich verändernden Individuellen rein intelligibel.

Auszug aus: "Bewegung und Veränderung in der Stabilität. Yvette Gellis' erweiterte Gemälde", Anna Maria B., 2016